Müggelheimer Bote
18. Jahrgang, Ausgabe 2/2012
Februar 2012
Müggelheimer Bote

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Kein Geld für Steganlage
BER: Starts und Landungen gehen über unsere Köpfe
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Neujahrsempfang im Rathaus Köpenick

Die Nagelprobe hat unser neuer Bürgermeister Oliver Igel (SPD) bestanden: Anlässlich des Neujahrsempfangs am 20. Januar war er Gastgeber für mehrere hundert Gäste - und drückte allen persönlich die Hand beim großen Neujahrs-Defilee. In einer launigen Ansprache gab Igel unter anderem die Gründung einer Bürgerstiftung bekannt. Damit sollen Unternehmen und Privatpersonen Projekte in Bereichen wie Jugend und Kultur finanziell unterstützen. Damit sprach er gleich die richtigen an. Denn unter den Gästen waren neben den Bezirkspolitikern auch viele Unternehmer. T./F. sip

Kein Geld für Steganlage Große Krampe

Neubau steht in den Sternen

von Petra Zoepf

"Wir haben kein Geld für einen Neubau", sagt Oliver Igel (SPD) kurz und bündig. Treptow-Köpenicks neuer Bürgermeister fühlt sich mit dem BVV-Beschluss vom 15. Dezember 2011 von den Bezirksverordneten im Stich gelassen. Auf Antrag der CDU-Fraktion war in der Sitzung beschlossen worden, die Anlegestelle an der Großen Krampe für Boote und Schiffe wieder herzustellen. Dabei solle beachtet werden, dass der Wassertourismus gefördert und eine Fährverbindung (z.B. BVG Fährlinie 21) in den Ortskern von Müggelheim möglich wird. "Woher wir das Geld dafür nehmen, das überlassen die Verordneten dem Bezirksamt", ergänzt Igel. Der Verkehrsausschuss müsse jetzt die Möglichkeiten klären, ob eine Steganlage für Boote oder Fähren entsteht. Zu Beginn des vergangenen Jahres waren die beiden völlig maroden Betonstege gesperrt worden und im September wurden sie abgerissen.

Seit den Wahlen Ende September fällt die Steganlage an der Großen Krampe in den Zuständigkeitsbereich von Igel und ist somit Chefsache. Bei der Finanzierung will der Bürgermeister das Land Berlin einbinden. Auch bei diversen Schiffsunternehmen will er anfragen, ob Interesse an einer Nutzung besteht, um sie finanziell am Neubau zu beteiligen. Kostenpunkt für eine neue Bootssteganlage laut Igel: 18 000 Euro. Der Ausbau als Fähranleger beläuft sich auf 34 000 Euro. Einen ersten Kontakt zur BVG hat Igel im Januar aufgenommen: "Dort war man ganz aufgeschlossen", so sein Eindruck.

Mit Kopfschütteln reagiert Katrin Reiche-Kurz auf die über sechs Jahre dauernde Diskussion um den Bootssteg an der Großen Krampe: "Wir fordern den Bezirk seit Jahren auf, sich um die öffentlichen Steganlagen zu kümmern. Die Erhaltung der Standorte ist wichtig, damit sie nicht verloren gehen." Die Geschäftsführerin des Tourismusvereins Treptow-Köpenick ist ungehalten darüber, dass das vom Verein erstellte Stegkonzept von den Verantwortlichen im Bezirk bisher unbeachtet blieb. "Darin wurde aufgezeigt, wie wichtig die Stege für die touristische Entwicklung im Südosten der Stadt sind. Unsere Erfahrung zeigt, dass Berliner und auswärtige Wassersportler nach Anlegemöglichkeiten suchen, von denen aus sie die Umgebung erkunden können", untermauert Reiche-Kurz ihre Haltung. Es mangele an der Umsetzung des Wasserwanderrastplatz-Konzeptes. Eine Verlängerung der Fährlinie von Schmöckwitz in den Ortskern von Müggelheim wäre sehr sinnvoll. Besonders mobilitätseingeschränkte Menschen würden davon profitieren, so die Tourismusmanagerin.

Auch der Bezirk Treptow-Köpenick hatte Ende 2008 von der Abteilung Wirtschaftsförderung ein Steganlagenkonzept erarbeiten lassen. Der Standort Große Krampe wird darin als ein Schwerpunkt des Wasserlagenentwicklungsplans ausgewiesen. Umgesetzt worden ist bislang jedoch nichts. Bereits 2007 hatte der damals zuständige Dezernent Michael Schneider angekündigt, Gespräche mit der Berliner Verkehrs Gesellschaft (BVG) in Sachen Verlängerung Fährlinie 21 zu führen. Bei seiner Ankündigung war es geblieben, wie BVG-Pressesprecher Klaus Wazlav bestätigt: "Eine Anfrage vom Bezirk Treptow-Köpenick hat es in all den Jahren nicht gegeben."

Allen Müggelheimern und Wassersportlern bleibt da nur die Hoffnung, dass Bürgermeister Igel mit neuem Elan die Sache angeht und dran bleibt und es nicht wieder nur bei Ankündigungen bleibt.