Müggelheimer Bote
18. Jahrgang, Ausgabe 4/2012
April 2012
Müggelheimer Bote

Inhalt
Ein Stolperstein für Ursula Milke
Neue BI Müggelheim ist offen für jeden - erste Aktionen geplant
Letzte Großdemo in Schönefeld mit starker Müggelheimer Beteiligung
Zwei Beratungen in Diedersdorf
Frohe Ostern!
Lange Warteliste in der Kita
Kieztreffen sollen helfen helfen
Weitere Meldungen
Gedanken aus Müggelheim
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Serie für den Natur- und Gartenfreund
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Ostergrüße

Verspielt, fröhlich, blumenreich - so vielseitig können Ostergrüße vermittelt werden. Diesen freundlichen Gruß auf dem Foto haben wir auf einem Grundstück am Geinsheimer Weg entdeckt. Neckisch wünschen die kleinen Hasen allen Vorbeikommenden frohe Ostern. Mit den ersten warmen Frühlingssonnenstrahlen sind jetzt wieder mehr Leute auf den Straßen unterwegs. Auch bald auf dem Wasser, denn die Bootseigner stehen schon in den Startlöchern und warten nur darauf, ihre Boote wieder ins Wasser zurück zu lassen. Noch hängt über Große Krampe, Müggelsee und Co. allerdings ein Rest der Winterruhe. Aber egal ob Segler, Kanuten, Ruderer oder Motorbootfahrer - alle freuen sich jetzt wieder auf die beginnende Saison. Foto/Text: sip

Ein Stolperstein für Ursula Milke

Mit der feierlichen Verlegung des Erinnerungssteins soll am 27. April an die ermordete Müggelheimer Jüdin erinnert werden

von Simona Behrendt

"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist." Diese Erkenntnis steht hinter der Idee der Stolpersteine, die der Kölner Künstler Gunter Demnig auf Bürgersteigen vor den letzten frei gewählten Wohnungen von Opfern des NS-Regimes verlegt. Dabei handelt es sich beispielsweise um die verfolgten Sinti und Roma, Juden, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Behinderte und Menschen, die wegen ihrer politischen Überzeugung ihr Leben lassen mussten oder in den Freitod getrieben wurden.

Die Stolpersteine sind ein politisches Kunstprojekt, das durch Bürgerbeteiligung lebt. Es werden Biografien zurück in den Alltag unserer Städte gebracht - dahin, wo die Ermordeten als Mitglieder der örtlichen Gemeinschaft einmal gelebt haben. Angeregt durch den Künstler haben wir, d.h. die Junge Gemeinde der Ev. Kirchengemeinde Müggelheim, uns mit dem Thema jüdische Mitbürger in Müggelheim beschäftigt. Dabei stießen wir auf einen Eintrag in der Dorfchronik: "Die Frau des Bäckermeisters Milke, Hertha Milke, die ‚Halbjüdin' war, wurde in Auschwitz vergast. Auch ihre Tochter Ursula wurde in Ravensbrück ermordet."

Durch diese kurze Notiz angeregt, haben wir begonnen, mehr Informationen über beide Frauen zu suchen. Nach einem Aufruf im Müggelheimer Boten im April 2011 erhielten wir hilfreiche und sehr wichtige Hinweise durch die Müggelheimer Bevölkerung. Weitere Recherchen führten uns nach Ravensbrück. In der Gedenkstätte des Frauen-Konzentrationslagers fanden wir einen Nachweis darüber, dass Ursula Milke 1943 von Auschwitz nach Ravensbrück gebracht wurde und als politischer Häftling mit dem Zusatzgrund "Jüdin" geführt wurde. Sie verstarb am 16.06.1944.

Zu ihrem Gedenken wird am Freitag, dem 27. April, um 9 Uhr vor der ehemaligen Bäckerei in Alt-Müggelheim 17 der Stolperstein für Ursula Milke verlegt werden. Die letzten Jahre von Hertha Milke konnten wir bisher leider nicht so belegen, dass wir die Kriterien, die für einen Stolperstein gelten, erfüllen. Wir werden aber weiter versuchen, Informationen zu erhalten, damit auch an sie mit einem Stolperstein erinnert werden kann. Das bisherige Ergebnis unserer Recherche können Sie in einer kleinen Broschüre nachlesen, die Sie in unserer Kirche erhalten.

Einen Einblick in die Arbeit des Künstlers Gunter Demning gibt der Film "Stolpersteine" von Dörthe Franke. Wir zeigen ihn am 17. April, um 19 Uhr in der Dorfkirche. Sie sind herzlich eingeladen.

Einen Stolperstein zu verlegen kostet 120 Euro. Wir bitten Sie als Müggelheimer um eine kleine Spende zur Finanzierung:

Kontoinhaber: Ev. Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree

Bank:Ev. Darlehensgenossenschaft Kiel

BLZ: 210 602 37

Kontonummer: 160520

Verwendungszweck: Müggelheim – Stolperstein

Die Junge Gemeinde wird als Gegenleistung für Ihre Spende an zwei Tagen auf dem jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee Arbeitseinsätze leisten.

Mit dem Stolperstein wollen wir zeigen: Das Grauen begann oftmals nicht erst in Auschwitz oder Ravensbrück. Es begann in unserer Nachbarschaft, vor unserer Haustür.