Müggelheimer Bote
18. Jahrgang, Ausgabe 5/2012
Mai 2012
Müggelheimer Bote

Inhalt
Grundsteinlegung bei Rübezahl
Neue Bürgerinitiative nimmt Fahrt auf
Fülle von Klagen gegen BER
Lehrkabinett Teufelssee feiert 40. Geburtstag
Neue Umweltministerin kommt aus Müggelheim!
Stapellauf in Müggelhort
Schlafen wie in Amerika im neuen Down-Town-Motel
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Stein der Erinnerung

Sie hat in Müggelheim gelebt, ist hier aufgewachsen - und vergessen worden. Mit einem Stolpertein soll jetzt an die Jüdin Ursula Milke erinnert werden, die zu den Opfern des Nationalsozialismus gehört. Sie starb 1944 im KZ Ravensbrück. Am 27. April wurde vor einem großen Publikum vor dem Haus Alt-Müggelheim 17 der goldglänzende Erinnerungsstein ins Pflaster gesetzt . Der Künstler Gunter Demnig selbst kam, um diese Arbeit zu verrichten. Auch ein Blindstein für die Mutter Hertha Milke wurde gleich mitgesetzt, für die die Recherchen noch nicht abgeschlossen sind. Der Stolperstein soll an die Greueltaten des Nationalsozialismus erinnern und zum Nachdenken anregen, um so etwas nie wieder geschehen zu lassen. (siehe letzte Seite)

Grundsteinlegung bei Rübezahl

Im Dezember kommen die ersten Gäste

von Petra Zoepf

Sonne und Investoren strahlten um die Wette: Der Himmelskörper meinte es gut und die drei Herren von der Müggelseeterrassen Rübezahl GmbH freuten sich, dass nach sechsjähriger Planungsphase am 18. April endlich der Grundstein für die Ferienhausanlage Rübezahl gelegt werden konnte. Feierlich versenkten die Bauleute ein Rohr mit den üblichen Utensilien: Tageszeitung, Bauplan und einige Münzen verschwanden im Erdreich, versiegelt mit einigen Kellen Mörtel.

Die Anlage, direkt am Großen Müggelsee, wie sie einmal aussehen soll.

Siegfried Vetterlein, Wolfgang Eisen und Sören Schwaar, der auch gleichzeitig das Bauprojekt leitet, hatten jetzt einen guten Grund, mit Sekt auf das so eben Geschehene anzustoßen. Der Weg bis dahin war beschwerlich, etliche Hürden galt es zu nehmen, bis sie den Baubescheid in den Händen hielten. Schlussendlich konnten sie gemeinsam mit dem Baudezernat des Bezirks Treptow-Köpenick die entscheidenden Bedenken von Naturschützern und besorgten Bürgern aus dem Weg räumen. "Wir haben alle Auflagen erfüllt", sagt Schwaar. Dazu zählt, dass die Route des Europa-Radwegs R 1 verlegt, ein öffentlicher Spielplatz, Fahrradstellplätze, ein Zaun zur Köpenicker Bürgerheide und eine Toilettenanlage gebaut wurden. Auch alle Naturschutzauflagen (Neupflanzung von 30 Bäumen) seien beachtet worden und sogar eine ökologische Baubetreuung werde einbezogen.

Acht Millionen Euro investiert die Müggelseeterrassen Rübezahl GmbH in das Vorhaben, dabei schlägt die Errichtung der Häuser mit fünf Millionen Euro zu Buche. Die Restsumme wurde für den Kauf des 32.000 Quadratmeter großen Geländes, Erschließung, Bauvorbereitung und die Gemeinschaftsanlagen ausgegeben.

Die "Macher": S. Vetterlein, S. Schwaar und Wolfgang Eisen (v.li.). Fotos: Zoepf

Die ersten Betonplatten sind bereits gegossen, die Kantensteine für die Zufahrt zu den Häusern und die Parkplätze stehen schon und in gut einem Monat wird mit dem Errichten der Häuser begonnen (Holzrahmen-Bauweise, 1-geschossig). Wie es aussieht, wenn alles fertig ist, kann im Internet unter Ruebezahl-berlin.de nachgesehen werden.

"Anfang Dezember erwarten wir die ersten Gäste", gibt sich Mike Weiss, der die Ferienhausanlage betreiben wird, ganz zuversichtlich. Bis dahin sollen die ersten zwölf Häuser von insgesamt 26 Gebäuden fertig und eingerichtet sein. Frisch herausgeputzt ist bereits der Biergarten mit seinen 600 Plätzen und mehreren Verkaufsständen. Tretboote laden zur Tour auf dem Müggelsee ein und die Fahrgastschiffe der Stern- und Kreisschiffahrt machen am Anleger fest.

Auf das Thema Fluglärm angesprochen meint Weiss: "Wir warten ab, was tatsächlich passiert. Nur bei Oststarts könnte das Areal betroffen sein." Das Unternehmen Novasol, über das die Ferienhäuser vermarktet werden, habe keine Bedenken, dass es beim Überfliegen zu gravierenden Belästigungen der Gäste komme.