Müggelheimer Bote
19. Jahrgang, Ausgabe 11/2012
November 2012
Müggelheimer Bote

Inhalt
Freche Wildschweine entern den Anger
Umweltkreis feierte 25. Geburtstag
Als Gerhart Hauptmann tot nach Müggelheim kam
Kaniswall: Gründer des Fördervereins wird 75
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Ferienhäuser dicht bei dicht

Im Vorfeld sorgten sie für viel Wirbel, letztlich wurde die Ferienhaus-Siedlung bei Rübezahl deutlich kleiner konzipiert - und nun ist sie fast fertig. Die ersten der zum Teil in Terrakotta gestrichenen Ferienhäuser sind bereits eingerichtet, die Außenanlagen fertig. Andere Häuser sind noch ganz deutlich eine Baustelle. Doch schon ab November sind die ersten bereits über Novasol in der Vermietung - ab 570 Euro die Woche, inklusive Whirlpool und Sauna. Doch die Häuser stehen dicht bei dicht, da tröstet auch die Solaranlage auf dem Dach nicht... Foto/Text: sip

Freche Wildschweine entern den Anger

von Simone Jacobius

Sie haben die Ruhe weg und lassen sich auch von Autos, aufblendenden Scheinwerfern und den zahlreichen Kirchgängern nicht aus dem Konzept bringen. Die Wildschweine haben den Dorfanger für sich erobert... Innerhalb von einer Woche waren sie drei Mal dort, immer am späten Nachmittag, wenn im Dorf noch richtig Trubel ist. "Beim dritten Mal habe ich die Polizei informiert. Das geht doch so nicht weiter", erzählt ein Müggelheimer, der die Schwarzkittel regelmäßig auf dem Heimweg von der Arbeit sah. Selbst die Polizei hielt schon "Wache" am Anger, unternahm allerdings nichts gegen die Tiere.

Überhaupt sind die Sauen wieder fleißig unterwegs im Ort. Die Kirchwiese am Ortseingang ist genauso verwühlt, wie so mancher Seitenstreifen an den Straßen. Schulkinder auf dem Weg zum Spielplatz mussten wieder kehrt machen, weil die Wiese von Wildschweinen besetzt war. Ob sie auch schon wieder die Grundstücke entern, ist dem Müggelheimer Boten noch nicht bekannt.

Doch Forstamtsleiter Klaus Pogrzeba beruhigt: Noch sei die Lage ruhig. Müggelheim würde noch nicht zu den Schwerpunkt-Gebietn gehören - anders als Kaulsdorf und Bohnsdorf beispielsweise. Die drei Stadtjäger seien allerdings in Müggelheim schon unterwegs, hätten auch schon etwas geschossen. "Aber mitten auf dem Dorfanger dürfen sie nicht schießen.Es wäre wichtig zu wissen, wo die Wildschweine herkommen, um ihnen vielleicht dort aufzulauern", so Pogrzeba und redet lachend von einer "Halbstarken-Bande" von Wildschweinen.

Innerhalb des Ortes dürfen nur speziell ausgebildete Jäger schießen - wegen der Scherheitsvorkehrungen. Drum herum im Wald wird bereits fleißig gejagt. Vom 1. April bis Ende Oktober sind bereits 230 Wildschweine geschossen worden, 80 mehr als im mageren Jahr 2011. "Im vergangenen Jahr hat der Frost sehr viele Frischlinge getötet. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall", erklärt Pogrzeba. Deswegen müssten die Jäger regulierend eingreifen, um dem Problem überhaupt Herr zu werden. Generell sieht er das Problem "Stadtschweine" als hausgemacht an: "Es gibt immer noch Grundstücksbesitzer, die die Schweine anlocken in dem sie ihnen Futter vor den Gartenzaun legen. Und da Schweine schlau sind, kommen sie immer wieder und warten regelrecht darauf, etwas zu bekommen." Das sei kontraproduktiv für die Jagd, weil diese Schweine nicht mehr in den Wald zurückgehen würden. Doch viele dieser Menschen seien unbelehrbar. Sie schaden damit viele andere Grundstücksbesitzer und gefährden beispielsweise auch die Kinder, die durch Wildschweine auf dem Schulweg oder beim Spielen bedrängt werden.