Fuchs, du hast das Huhn gestohlen

Von Ingrid Zweiniger

Fritzi lief durch den Garten und sang: „Fuchs du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr...”
Trabbi hörte zu und war entsetzt. Das stimmt doch gar nicht, was Fritzi da singt. „Fritzi, komm mal her, du Falschsinger. Ich muss dir was sagen.”
„Na dann leg mal los mein schlauer Trabbi, jetzt bin ich aber gespannt.”
„Also Fritzi, was du da singst stimmt nicht. Der Fuchs hat nicht die Gans gestohlen, sondern er hat das Huhn gestohlen.”
„Woher willst du denn das wissen, Trabbi? Das ist ein ganz altes Kinderlied und das heißt, der Fuchs, der hat die Gans gestohlen.”
„Gut, das stimmt mit dem alten Kinderlied, aber es geht um jetzt und heute und nicht um damals. Heute klaut der Fuchs die Hühner.”
„Woher willst du denn das wissen?”
„Also mein Kätzchen geh ins Haus, leg dich vor den Kamin und dann werde ich dir in Ruhe alles erzählen.”
Dann ging es los.
„Also Fritzi, du kennst doch unseren Eierbauern aus Erkner. Der hat so viele Hühner, die fleißig ihre Eier legen, damit die Menschen jeden Morgen zum Frühstück ein leckeres Ei essen können. Aber jetzt kommt das Schlimme, der Fuchs geht zum Eierbauern und tötet die Hühner und auch die Enten. Der Eierbauer ist ganz traurig, weil er nun keine Hühner mehr hat, die die Eier legen.”
„Trabbi, das ist ja grauselig. Das hätte ich nicht gedacht. Aber wie können wir da helfen?”
„Also wie wir helfen können, muss ich mir noch überlegen. Aber ich muss dir noch was Wichtiges sagen, damit wir über die Hilfe nachdenken können. Wichtig ist, dass wir erst einmal wissen müssen, was der Fuchs für ein Tier ist.”
„Weißt du es?”
„Ja, ich weiß es. Der Fuchs ist ein Wildtier. Er ist kein Haustier. Und außerdem ist er schlau. Und jetzt kommt das Wichtige: Es gibt viele Menschen, die die Wildtiere füttern. Das heißt, die Tiere gewöhnen sich an die Menschen. Sie haben also keine Angst mehr und begeben sich in den Lebensraum des Menschen, um ihr Fressen zu holen.”
„Trabbi, prima, da habe ich wieder etwas gelernt. Aber was wollen wir jetzt machen? Wollen wir den Fuchs abschießen?”
„Nein, auf keinen Fall. Ich werde zu Walli dem Wildschwein gehen und mit ihr sprechen. Wir werden eine Lösung finden.”
Und so machte es Trabbi. Er lief in den Wald um sich mit Walli zu treffen. Walli freute sich sehr, denn sie hatte Trabbi schon lange nicht mehr gesehen.
„Schön dich zu sehen, Trabbi, ich freu mich. Was hast du denn auf dem Herzen? Meistens kommst du ja zu mir, wenn du ein Problem hast.”
„Ja Walli, ich brauche deinen Rat. Es gibt ein Problem mit dem Fuchs, er tötet nämlich bei einem Eierbauern die Hühner.”
„Das ist ja schlimm, Trabbi, aber helfen kann ich dir da auch nicht. Hier geht es nämlich um die Menschen. Die dürfen den Fuchs nicht wie ein Haustier behandeln, das heißt kein Fressen, keine Streicheleinheiten und keinen Kontakt zum Wohnraum des Menschen. Mehr weiß ich nicht.”
„Gut Walli, das reicht mir. Vielen Dank für deine Hilfe. Wenn ich dich brauche, komme ich wieder.” „Alles klar Trabbi, bis bald.”
Trabbi lief nach Hause, denn dort wartete sein Fritzelchen.
„Ich bin ganz neugierig Trabbi. Konnte dir Walli helfen?”
„Ein bisschen schon. Wir müssen jetzt mit den Menschen sprechen. Hilfst du mir dabei?”
„Na klar, Trabbi, aber was wollen wir den Menschen sagen, damit der Fuchs keine Hühner mehr tötet?”
„Fritzi, es geht um alle Federtiere, Enten, Gänse, Hühner, Puten und so weiter. Wir müssen jetzt zu den Menschen gehen und ihnen sagen, dass der Fuchs ein Wildtier ist und dass wir wollen, dass er im Wald bleibt, damit der Jäger ihn nicht erschießt, weil er so viel Böses macht. Wir können alle den Fuchs lieb haben, aber er ist kein Haustier, er ist ein Wildtier.”
„Ich habe alles verstanden und werde dir helfen. Denn ich habe den Fuchs auch lieb.”