Bier trinken statt brauen

In Schöneweide geht es voran. Für ein weiteres denkmalgeschütztes Areal sind jetzt drei Bauanträge im Bezirksamt eingegangen: die frühere Bärenquell-Brauerei an der Schnellerstraße. Das backsteinerne Gebäude wurde 1882 gebaut. Immer wieder wurde dort Bier gebraut, von der Borussia-Brauerei über Schultheiß-Bier bis zu Bärenquell in DDR-Zeiten um zuletzt in den Besitz der Frankfurter Henning-Brauerei über zu gehen. Seit dem 1. April 1994 ist der Bierfluss an dem Standort versiegt. Seitdem sind mehrere Anläufe einer Neunutzung des Areals gescheitert. Jetzt hat ein neuer Investor Pläne eingereicht: Der zwei- bis sechsgeschossige Haupttrakt soll durch einen gläsernen Anbau ergänzt werden und einmal Platz für Einzelhandel, Büros und Events bieten – auf fast 4500 Quadratmetern. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude sollen Gastronomie und ebenfalls Büroräume unterkommen. Büros sind auch im früheren Beamtenwohnhaus geplant. Knapp zehn Millionen Euro sollen investiert werden. Geplant ist, wesentliche Teile der denkmalgeschützten Brauerei zu erhalten und sichtbar zu lassen.

Volk triff Regierung

Der Hauptmann von Köpenick traf auf Zille, die Hauptmann-Garde aufs Volk. Und zwischendrin der aktuelle Bezirksbürgermeister Igel und viele Politiker. Der Anlass: Am 12. Januar fand erstmals ein Jahresauftakt für alle statt, nicht nur für die Lokalprominenz. Wer wollte, konnte einfach vorbeikommen und sich am Kulturprogramm, unter anderem mit dem Rapper Romana, erfreuen, mit vielen Menschen ins Gespräch kommen oder sich ein Bild von der Vereinsvielfalt unseres Bezirks machen. Igel war begeistert von dem neuen Jahresauftakt und möchte ihn gerne fest etablieren – mit noch mehr Ständen, an denen sich alle möglichen Vereine präsentieren können.

Keine Angebote

Die Sanierung des Fußgängertunnels am S-Bahnhof Schöneweide ist dagegen ins Stocken geraten. 2018 gab es bereits zwei Ausschreibungen für die Bauausführung, doch zu einem Abschluss ist es nicht gekommen. Denn im April gab es gar kein Angebot, antwortet Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese auf die Anfrage des SPD-Abgeordneten Lars Düsterhoff. Und zum zweiten Termin gab es ein so teures Angebot, dass der Senat ablehnte und nun die Aufträge an einzelne Fachfirmen vergeben will. Der Fußgängertunnel ist nach einem Brand 2016 aufgrund der Schäden gesperrt worden.

Brücken-Stress

Angesichts der neuen Entwicklungen mutet diese Meldung an wie Hohn: Gleich drei Brücken sollen in diesem Jahr in Treptow-Köpenick saniert werden. Schon im Januar wurde mit dem Rückbau der Luisenbrücke in Rahnsdorf begonnen. Während der Voruntersuchungen und dem Neubau soll eine Behelfsbrücke die Fußgänger über das Fredersdorfer Mühlenfließ leiten. Die neue Brücke soll voraussichtlich im vierten Quartal fertig sein und 100.000 Euro kosten. Aber manchmal gibt es ja auch böse Überraschungen. Auch die Rodelbahnbrücke mitten in den Müggelbergen soll erneuert werden. Die Holzkonstruktion ist mit 106.000 Euro veranschlagt. Die Arbeiten, die im Frühjahr begonnen werden sollen, dauern dann etwa drei Monate. Eine etwas größere Nummer sind die Arbeiten an der Brücke, die An der Wuhlheide mit der Rummelsburger Straße verbindet. Hier kommt es zwei Wochen zur Vollsperrung, denn die Brücke muss etwas angehoben werden, um die Sockel erneuern zu können. Insgesamt rechnet die Senatsverkehrsverwaltung mit einer vierwöchigen Bauzeit. Die Kosten hierfür: 105.000 Euro. Übrigens: Auch danach dürfen LKW und Busse die Brücke nicht befahren.