Gedanken aus Müggelheim

Von Hilla Uppenkamp

Als im Juli 2015 die direkt an den Bezirksbürgermeister berichtende Abteilung SPK (Sozialraumorientierte Planungskoordination) zur Müggelheimer Ortsteilkonferenz in die Aula der Grundschule geladen hatte, wurde sie vom Andrang der sehr vielen interessierten Müggelheimer völlig überrascht. Im Müggelheimer Boten vom August 2015 lasen wir danach: „Ziel der Ortsteilkonferenz war es, sich ein Bild über unseren Ort zu erarbeiten, ein Profil zu erstellen, Defizite zu erkennen und Handlungsempfehlungen festzulegen. Mitarbeiter der Verwaltung und Bewohner sollten dabei Hand in Hand arbeiten. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen zu vier Themenkomplexen sollen dann in der Bezirksverordnetenversammlung beraten und teilweise innerhalb der nächsten fünf Jahre bearbeitet werden.“ In den vier Foren (Senioren, Ortsgestaltung, Kinder- und Jugendfreizeit und Auswirkungen des BER auf unsere Lebensqualität?) hatten die enthusiastischen Mitwirkenden Vorschläge dazu erarbeitet, was zur Verbesserung der festgestellten Missstände beitragen könnte. Nun sind vier Jahre vergangen; – ich weiß nicht, ob die Pläne für den Runden Tisch der Senioren realisiert wurden. Ich kann aber sagen, dass die im Forum Ortsgestaltung vorgeschlagenen Maßnahmen wie Radwege oder Angergestaltung (noch?) nicht in Angriff genommen wurden. Auf meine Frage, was eigentlich aus dem Prozess geworden sei, antwortete mir die Leiterin der SPK, man habe ein wunderbares Ortsprofil für Müggelheim erstellt. Und nicht nur Ortsprofile erstellt man in der SPK. Wie wir in den vergangenen Ausgaben des Boten lesen durften, hat sich am Ende des Jahres 2018 die SPK aufgemacht, einen Leitlinienprozess für Bürger-(und Bürgerinnen-)beteiligung zu initiieren, um die Idee des Senats „Gemeinsam Stadt machen“ mit Leben zu erfüllen. An den drei bisher für unseren Ort (und andere Ortsteile) durchgeführten Workshops habe ich teilgenommen, – in der Hoffnung, Politik und Verwaltung mit der Realität konfrontieren zu können. Mein ganz persönliches Anliegen dabei ist, mitzuhelfen, dass wir in Müggelheim nicht weiterhin abgehängt werden. Mein ganz persönliches Fazit nach diesen bisher stattgefundenen drei Sitzungen: Papier ist geduldig, die Verwaltung auch, die Beteiligung von Müggelheimern an der Gestaltung unserer Zukunft, des Miteinanders von Bürgern, Politik und Verwaltung ist unterirdisch. Wenn von etwa 7000 Einwohnern unseres Ortes nie mehr als sieben Mitbürger, meistens aber nur vier an den Veranstaltungen teilnahmen, kann es nicht nur an der mangelnden Bewerbung seitens des Bezirksamtes oder den etwas arbeitnehmerunfreundlichen Anfangszeiten um 18 Uhr liegen. Entweder leben wir hier weiter nach dem Motto „Lass mir, lass mich, lass andere machen!“ oder aber wir brauchen mehr und längere Stromausfälle, um das Zusammenrücken, die Gemeinschaft als Grundprinzip des Miteinanderlebens wieder zu erfahren.

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