Mauli wird Fritzis Freund

Von Ingrid Zweiniger

Fritzi rannte durch den Garten und beobachtete ihr Frauchen. „Was macht die da nur? Sie guckt sich solche kleinen Erdberge an und zählt sie. Bei Eins hat sie angefangen und bei Zwanzig hört sie auf.“ Fritzi beschloss mit Trabbi zu sprechen. Vielleicht wusste der ja, was in ihrem Garten los ist.
„Trabbi, Trabbi komm aus der Tannenhecke heraus, ich brauche deine Hilfe. Du weißt doch, ein dummes Kätzchen braucht einen schlauen Köter. Also Trabbi, mach dich auf den Weg und komm endlich zu mir. Ich sitze hier auf der Wiese.” „So mein Kätzchen, ich bin da, was möchtest du wissen?”
„Also Trabbi, du hast doch bestimmt auch diese kleinen Erdberge bei uns im Garten gesehen. Ich weiß nicht, was das ist. Frauchen hat vorhin diese kleinen Haufen gezählt und ist bis 20 gekommen. Stimmt das?”
„Ja, das stimmt. Diese kleinen Erdberge heißen Maulwurfshügel. Weißt du, was das ist? Nein, sonst hättest du sie nicht Erdberge genannt.”
„Prima, jetzt bin ich wieder schlauer. Trabbi, ich glaube, ich weiß es. Ist der Maulwurf vielleicht ein Tier, das unter der Erde lebt?”
„Ja Fritzi, der Maulwurf ist ein Tier. Ein kleines Pelztier mit großen Grabefüßen und kleiner Rüsselschnauze. Das ist eine Schnauze, die ein bisschen länger ist als deine Schnauze, eben wie ein klitze-klitzekleiner Elefantenrüssel. So und jetzt kommen die kleinen Hügel. Der Maulwurf wühlt im Boden herum und dadurch entstehen diese Maulwurfshügel. Durch diese Hügel kommt dann mehr Luft in seine Wohnungen. Außerdem frisst der Maulwurf Insekten. Die findet er auch durch sein Wühlen in der Erde. Aber mehr kann ich dir über dieses Tier auch nicht sagen.”
„Das reicht mir. Alles andere werde ich selber beobachten. Und ich verspreche dir auch Trabbi, dass ich das Tier nicht auffressen werde – denn Pelz schmeckt mir nicht. Hahaha!” Dann lief Fritzi durch den Garten und sah sich die Maulwurfshügel an. Plötzlich stand sie vor einem Hügel, in dem ein kleines Loch war. „Na prima, da werde ich mal reingucken um zu sehen, was da unten los ist.” Und genauso machte es Fritzi. Sie vergrößerte mit ihren Pfötchen das Loch und dann hatte sie einen guten Einblick in den Maulwurfshügel. Fritzi war erstaunt, was es dort alles zu sehen gab. Eine ganze Familie krabbelte dort herum. Der Maulwurf Mauli war gerade dabei Frühstück für seine Kinder zu machen. Es gab leckere Spinnenbeine und Käferbrötchen.
Als Mauli Fritzi entdeckte hatte er Angst. Aber Fritzi steckte ihr Pfötchen durch das Loch und sagte zu ihm: „Komm her, ich tue dir nichts. Ich wollte nur sehen, wie ihr hier unter der Erde lebt. Es gefällt mir und ich glaube, wir können Freunde werden.” Der Maulwurf war zufrieden. Er freute sich, dass er einen Garten gefunden hatte, in dem er mit seiner Familie leben konnte.