BER-Firmen mauern

Nicht ganz Treptow-Köpenick, aber doch relevant. Ein fragwürdiges Jubiläum gab es am 10. April zu feiern: 2500 Tage sind seit der Nichteröffnung des BER im Jahr 2012 vergangen. Ein Grund zum Feiern war das allerdings nicht. Noch immer liegen eklatante Mängel vor. Dubios ist auch das Verhalten der zwei maßgeblichen Firmen auf dem BER: Bosch und Caverion. Der Ausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses für Beteiligungen hatte die Firmen zu einer Sitzung im März eingeladen und kassierte Absagen. „Wenn jemand einer Einladung vor ein parlamentarisches Gremium nicht folgt, ist er entweder dumm oder arrogant oder hat ein schlechtes Gewissen“, heißt es im Tagesspiegel dazu. Bosch baut in Schönefeld die Brandmeldeanlage, Caverion das Sprinklersystem, zwei neuralgische Punkte also. Abgesagt für den Ausschuss hatte übrigens auch der TÜV, der ab Sommer die fertiggestellten Anlagen prüfen soll. Für das Mauern und Schweigen gibt es laut Tagesspiegel nur eine Erklärung: „Den Eröffnungstermin im Oktober 2020 können wir uns abschminken.“ Es bleibt also weiterhin spannend.

Wohnungen statt Kleingärten

Berlin braucht Platz für Wohnungen. Deswegen stehen jetzt auch die Kleingartenanlagen (KGA) auf dem Prüfstand. Die KGA Mariengrund an der Südostallee, die KGA Parkstraße an der Köpenicker Landstraße und die KGA Mississippi an der Kiefholzstraße könnten ab 2030 Bauland für Wohnungen werden. Zumindest werden die Vorschläge im neuen Stadt-
entwicklungsplan Wohnen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung jetzt auf Tauglichkeit geprüft. Zwischen 200 und 1000 Wohnungen könnten dort entstehen. Bis zum Jahr 2030 sollen in Berlin 200.000 neue Wohnungen entstehen, geht aus dem Stadtentwicklungsplan hervor. Die Neubaupotenziale für Treptow-Köpenick liegen zwischen 8200 und 35.000 Wohnungen auf 33 Flächen, je nachdem, wie Prüfungen und Planungen ausfallen. Dazu zählen nicht nur die Kleingartenanlagen. Die Liste enthält auch viele Bauflächen, auf denen die Planung bereits konkret läuft, beispielsweise Marienhain in Wendenschloss, der Güterbahnhof Köpenick oder auch die Straße am Flugplatz in Johannisthal. 

Allianz schrumpft und zieht um

Rund 2500 Mitarbeiter der Allianz-Zentrale Berlin ziehen aus den Treptowers in ihre neuen Bürogebäude in Adlershof um. Mitte April ging es los, bis 17. Mai soll der Umzug abgeschlossen sein, heißt es von der Allianz. Auch die neuen Gebäude werden angemietet, wurden aber speziell für die Allianz konzipiert. 15 Jahre läuft der Mietvertrag – erstmal. Dem Vernehmen nach sollen die Mietausgaben günstiger sein, gleichzeitig wurden Stellen abgebaut. 2017 arbeiteten noch knapp 2800 Menschen in Berlin für die Allianz. Gespart wird also doppelt.