Gedanken aus Müggelheim

Von Simone Jacobius

Haben Sie es schon gemerkt: Berlin wird immer internationaler. Manchmal habe ich, trotz allen Kleinbürgertums, doch das Gefühl, in einer Metropole zu leben. Ich liebe die Atmosphäre rund um meinen Arbeitsplatz in Kreuzberg. Der sogenannte Türkenmarkt am Maybachufer zieht Menschen aus aller Welt an – und zwar nicht nur die Touristen. Da sind zum einen die türkischen Frauen, die einen Großeinkauf für ihre Großfamilie tätigen, vor allem viel Obst und Gemüse (was man dort wirklich preiswert erstehen kann) findet sich in ihren Einkaufstaschen wieder. Aber auch viele englisch- und spanischsprechende Berliner aus den umliegenden Büros bzw. Start-ups vergnügen sich auf dem Markt in ihrer Mittagspause. Ein Sprachengewirr, das ich total faszinierend finde.
Auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in denen zugegebenerweise auch viele Touristen unterwegs sind, lässt es sich gut seine Sprachkenntnisse aufbessern. Wie sehr bedauere ich doch dann immer wieder, dass meine Fremdsprachenkenntnisse von denen eines Nativespeakers (also eines Muttersprachlers) meilenweit entfernt sind. Allerdings, je weiter man Richtung Osten fährt, desto eintöniger wird es mit den Sprachen. Bis Karlshorst mischen sich noch ein paar russische Brocken darunter, doch dann ist Ende. Schade eigentlich, dass dieses Weltoffene nicht auch Einzug in die östlichen Bezirke hält. Vielleicht würde das die Einstellung gegenüber Ausländern etwas verändern, vielleicht fehlt einfach nur die Nähe zu ihnen. Denn was man nicht kennt, macht bekanntlich oft Angst. Und wenn ich nicht verstehe, was die anderen sagen (könnte ja etwas Gemeines über mich sein), natürlich auch. Aber das ist reine Spekulation.
Ich freue mich jedenfalls, wenn ich andere Sprachen, andere Kulturen und neue Menschen kennenlerne und werde weiter üben, üben, üben...

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