Von Tunnel und Fähren

Neues aus der Bezirksverordneten-Versammlung im Mai

Die vergangene Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) war eine außergewöhnlich ruhige und damit kurze. Zu Diskussionen kam es selten und große Anfrage gab es auch nicht.
Zu Beginn standen wie immer die Bürgerfragen an. Eine Bürgerin fragte nach der Zukunft des Hotels Müggelseeperle. Ihr sei zugetragen worden, dass das Hotel abgerissen werden solle. Bezirksstadtrat Hölmer antwortete, dass ihm keine derartigen Pläne bekannt seien. Auch einen Eigentümerwechsel an einen potentiellen Investor konnte er nicht bestätigen. Er könne nur davon ausgehen, dass es sich um ein Gerücht handele. Wie es entstanden sei, wisse er nicht.
Einstimmig beschlossen wurde ein Antrag, der das Bezirksamt auffordert, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, den Anleger für die Fähre F21 am Ende der Großen Krampe zu realisieren. Dieses Thema beschäftigt die Treptow-Köpenicker Kommunalpolitik schon sehr lange. In der zuständigen Arbeitsgemeinschaft mit der BVG sträubte sich die BVG bisher meist, da die Erweiterung der Fährlinie den Einsatz eines weiteren Schiffes erfordern würde. Auch wurde wiederholt darauf verwiesen, dass es an Land keine gute verkehrliche Anbindung für die künftigen Fahrgäste gebe. Dass an dieser Stelle etwas verbessert werden soll, ergibt sich aus dem Begleitbeschluss zum Investitionsprogramm 2019 – 2023 (früher als Investitionsplanung bezeichnet). In ihm sind sechs Punkte aufgeführt, die das Bezirksamt bei Verschiebung von geplanten Maßnahmen bzw. bei der Möglichkeit von alternativen Finanzierungsmöglichkeiten (Sonderprogramme oder ähnliches) mit den vorhandenen Mitteln umsetzen soll. Einer dieser Punkte ist die Vorbereitung des Fähranlegers.
Ebenfalls um eine Fährverbindung ging es in einem Zwischenbericht, den die BVV zur Kenntnis nahm: Der Spreetunnel, bei dem sich ein barrierearmer Umbau als nicht möglich gezeigt hatte, soll laut Nahverkehrsplan 2019 – 2023 außerhalb des VBB eine Fährverbindung bekommen. So soll Menschen, die auf eine barrierefreie Fortbewegung angewiesen sind, die Querung der Müggelspree an der Stelle des Spreetunnels ermöglicht werden. Es wurde außerdem eine vereinfachte Machbarkeitsstudie zu den unterschiedlichen Möglichkeiten der barrierearmen Querung des Spreetunnels erstellt, die aber bisher im Bezirk noch nicht vorliegt. Diese Studie ist durchaus von Interesse für Treptow-Köpenick, da die Fährverbindung, wenn sie denn kommt, bei zu geringer Nutzung aus wirtschaftlichen Gründen wieder eingestellt werden könnte.
Auch der Müggelturm war wieder Thema in der BVV. Ein Antrag fordert das Bezirksamt auf, dem Investor eine barrierearme Erschließung des Müggelturms zu ermöglichen. Ziel ist es, den Denkmalschutz zugunsten der Barrierefreiheit hintanzustellen. Der Antrag ist unabhängig von den in den Medien diskutierten Varianten mit einem zusätzlichen Müggelturm. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen.
Die nächste Sitzung der BVV findet am 20. Juni statt.

Bezirksverordneter Martin Hinz (CDU), Tel.: 0160-93742966 oder MartinHinz_BVV@gmx.de