Ach du dickes Blatt

Diese Pflanzen kommen selbst durch den heißesten Sommer

Es gibt Pflanzen, die machen wenig Arbeit, sehen toll aus und sind zudem wertvoll. Dazu gehören Dickblattgewächse, auch Sukkulenten genannt. Sie brauchen sehr wenig Wasser und vertragen selbst pralle Sonne bei hohen Temperaturen. Und nicht zuletzt blühen sie auch noch sehr ansprechend für Menschen und Insekten. Genau das richtige im dies- und letztjährigen Sommer. Fetthennen und Mauerpfeffer (Sedum) sowie Hauswurzen (Sempervivum) passen sich dem trockenen Wetter an. „Wir gehen davon aus, dass durch den Klimawandel die Dickblattgewächse eine große Zukunft haben“, sagt Gärtner Thomas Vieweg.
Fetthennen- und Hauswurz-Arten sind sehr genügsam. Die wasserspeichernden Blätter ersparen Pflanzenfreunden das häufige Gießen, was der Umwelt zugutekommt. Die Nachfrage nach Dickblattgewächsen steigt deshalb auch stetig, weshalb Gärtnereien das Sortiment der Dickblattgewächse weiter ausbauen. Außerdem wird weiter daran geforscht, winterharte Züchtungen zu schaffen. „Die Vielfalt an Formen und Farben ist jetzt bereits riesig“, sagt Viehweg. Von kriechenden, immergrünen Bodendeckern mit gerade mal fünf Zentimetern Höhe bis zu buschigen, sommergrünen Stauden mit 35 Zentimeter hohen Blüten ist alles dabei.
Einen Schwerpunkt legen die Züchter auf die Blüten, die schön aussehen, lange halten sowie Nektar und Pollen für Insekten liefern. Zu den Stars zählen hier unter anderem Pracht-Fetthenne (Sedum telephium) und Felsen-Fettblatt (Sedum cauticola). Die Pflege ist denkbar einfach: Bei hohen Sedum-Sorten, die im Winter einziehen, ist lediglich ein Entfernen des alten Laubes nötig, bevor sie neu austreiben. Ein weiterer Schwerpunkt sind attraktive Blätter. Kriechende Sorten bieten interessante Strukturen und zweifarbige Zeichnungen von grün bis silbrig oder rot. Es gibt behaarte Sempervivum-Sorten, die aussehen, als wären sie kunstvoll mit Spinnennetzen überzogen. Hier finden sich auch viele immergrüne Sorten, die das ganze Jahr über schön bleiben.
Die immergrünen kriechenden Sorten eignen sich gut als Bodendecker und können ein wertvoller Ersatz für geschotterte Flächen sein. Einmal angewachsen, brauchen die Pflanzen kaum Zuwendung. Sie bilden eine dichte Decke und verhindern so die Ansiedlung von Wildkräutern. Zudem sind die Sukkulenten robust und langlebig – wenn sie in Ruhe gelassen werden. Denn trittfest sind ihre dickfleischigen Blätter nicht. Während Sedum-Pflanzen vor allem im Beet ihre Stärken zeigen, machen sich Sempervivum-Rosetten besonders gut in Töpfen und Schalen sowie auf so manchem Flachdach. Einige bilden sehr kleine Rosetten mit nicht einmal einem Zentimeter Durchmesser, während andere handtellergroß heranwachsen können. Besonders attraktiv sehen mehrere unterschiedliche Wuchsformen und Farben zusammen gepflanzt aus.

GMH

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Hauswurze gedeihen gut in Tontöpfen und kommen fast ohne Gießen aus

Dickblattgewächse mögen es trocken

Dickblattgewächse haben einen eigenen Wasserspeicher und müssen nicht oft gegossen werden. Hauswurze (Sempervivum) kommen über lange Phasen sogar ausschließlich mit Morgentau aus. „Es besteht eine viel größere Gefahr, dass die Pflanzen an Überwässerung eingehen, als dass sie vertrocknen“, sagt Gärtnermeister Thomas Viehweg. Deren Erde sollte möglichst wasserdurchlässig sein und mit Sand oder Steinen vermischt werden. In Töpfen ist unbedingt auf einen Ablauf für überschüssiges Wasser zu achten. Optimal eignen sich dazu Tongefäße, da diese den Wasserhaushalt gut regulieren und somit den Pflegeaufwand weiter minimieren.