Gedanken aus Müggelheim

Von Christian Tanzmann

Ich wollte mich eigentlich nicht dazu äußern, jedoch gab es genügend Nachfragen, weshalb ich nun meine Gedanken mit euch teile.
Die sozialen Medien sind schon eine tolle Erfindung. Was man früher unter Freunden, im Sportverein und mit Arbeitskollegen „geteilt” und diskutiert hat, verlagert sich mit den Möglichkeiten des Internets in die virtuelle Freundeswelt. Ein Anbieter für ein soziales Netzwerk ist Facebook. Vor etwa acht Jahren fing ich an, die Internetseite für den Müggelheimer Heimatverein zu pflegen. Damals dachte ich mir, hier wird so viel gute, ehrenamtliche Arbeit geleistet, von der viele Müggelheimer nichts mitbekommen.
Die Müggelheim-Gruppe auf Facebook wuchs erst langsam aber in den letzten Jahren doch rasant auf etwa 1800 Mitglieder. Die Idee war, dort die Veranstaltungen des Heimatvereins zu veröffentlichen. Und weil das Medium nun einmal da war, sollte es natürlich auch für Gewerbetreibende, Vereine, An- und Verkauf und andere Diskussionen rund um Müggelheim genutzt werden.
Diese Müggelheim-Gruppe habe ich nun wieder gelöscht. Für viele war das sicherlich sehr überraschend, aber für mich bestand diese Idee schon länger. Meine wertvolle Zeit wollte ich gerne mit schöneren Sachen verbringen. Denn das Diskussionsklima in der Gruppe war oft schlecht und es passierte schnell, dass Mitglieder über andere Menschen oder Beiträge herzogen. Genau in diesem Fall, bei gemeldeten Beiträgen oder Kommentaren, musste ich als Administrator eingreifen. Das bedeutet den Beitrag zu lesen und ebenso alle dazugehörigen Kommentare. Dann muss man entscheiden, ob die Beiträge gegen die Regeln verstoßen oder nicht. Das Problem ist, dass ich nicht unbedingt Interesse daran hatte, jeden Beitrag immer zu lesen und diese Entscheidungen zu treffen. Ich hoffte darauf, dass sich das selbst durch die Mitglieder regelt. Das war aber eine Fehleinschätzung. So kam es, dass ich am Ende täglich dutzende Beiträge las, die mich nicht mal interessierten. Auch persönlich wurde ich angegriffen. Zusätzlich waren den Mitgliedern die Beiträge des Heimatvereins und Meldungen aus der Umgebung relativ egal, aber Hetze und Beleidigungen ziemlich interessant. Facebook ist generell ein schlechtes Medium für politische Diskussionen, denn hier beharrt jeder auf seiner Meinung. Durchaus Sinn einer Diskussion, nur dass hier die Regeln komplett ignoriert wurden und Beschimpfungen fast immer überhand nahmen und das eigentliche Thema aus dem Blick geriet. Das war für mich letztlich der Entschluss, mich von Facebook zu distanzieren. Privat habe ich es schon eine Weile nicht mehr benutzt und nun bin ich endgültig weg. Ich kannte niemanden, dem ich die Gruppe guten Gewissens überlassen wollte und so kam der Schlussstrich. Ich für meinen Teil führe nun lieber persönliche Diskussionen. Seid nicht traurig, es gab auch schöne Momente und nicht alles war schlecht. Aber alles hat ein Ende… in diesem Sinne, probiert‘s mal offline.

Auch Sie haben die Möglichkeit, an dieser Stelle Ihre Gedanken zu einem relevanten Thema niederzuschreiben.

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