Weihnachten im Schuhkarton

Text und Bild: Ingrid Zweiniger

Vor dem Kamin war es kuschelig warm. Trabbi machte es sich gemütlich um über das Weihnachtsfest nachzudenken. „Es ist warm, sogar kleine Blümchen blühen an der Hecke in unserem Garten. Es ist einiges anders in diesem Jahr. Nichts ist da, was das Weihnachtsfest draußen so schön macht, Schnee und Kälte fehlen. Und dann gibt es auch noch eine Sache, die mich traurig macht. Es sind die Schuhkartons. Ich muss mit Fritzi sprechen, damit ich mich wieder auf das Weihnachtsfest freuen kann.”
Fritzi kam gerade ins Haus. „Fritzi, hast du etwas Zeit zum Plaudern?”„Na klar, du weißt doch, meistens bin ich dann wieder etwas schlauer.”„Es geht um die Schuhkartons.” „Ja Trabbi, ich habe gesehen, wie Frauchen lauter schöne Sachen in die Kartons gepackt hat. T-Shirts, Bonbons, Kuscheltiere, Buntstifte, kleine Autos und und und – bis sie voll waren. Auch Neo und Indira haben ihre Kartons vollgepackt. Es sind jetzt vier Kartons und die werden nun bestimmt zum Weihnachtsmann gebracht, damit der sie dann den Kindern bringt. Stimmt das?”
„Nein Fritzi, das stimmt nicht. Ich werde dir jetzt eine Geschichte erzählen. Aber es ist eine traurige Geschichte. Es gibt viele Kinder bei uns im Land und auf der ganzen Welt, die arm sind. Sie bekommen auch keine Weihnachtsgeschenke. Sie haben kein Spielzeug, nur wenig Kleidung und auch nur wenig zu essen. Und diese Schuhkartons kann man nun den armen Kindern schenken, damit sie sich zu Weihnachten auch freuen können.”
„Aber Trabbi, ich habe eine Frage. Wenn die Kinder nichts zu essen haben, wird dann auch Essen in den Schuhkarton gepackt?”
„Nein Fritzi, das nicht. Lebensmittel gehören nicht in den Schuhkarton. Es sollen nur Sachen zu den Kindern gebracht werden: Sauberes Spielzeug, Bonbons, saubere Kleidung und alles das, worauf sich die Kleinen freuen. Und ich erkläre dir das nun so genau, weil es auch böse Menschen gibt, die in die Schuhkartons dreckige und zerrissene Kleidung, kaputtes Spielzeug und all den Dreck hineinpacken, den sie selber sonst wegschmeißen würden. Ich habe es von einem Menschen gehört, der es Frauchen erzählt hat. Dieser Mensch arbeitet für die Tafel. Das ist eine Einrichtung, in der arme Menschen und natürlich auch Kinder etwas zu essen bekommen. Nun kommen dort in der Weihnachtszeit auch Menschen vorbei, die einen Schuhkarton gepackt haben – mit ihrem Dreck, den sie nicht mehr brauchen. Sie denken, arme Kinder brauchen nichts Schönes, sie müssen mit dem Müll zufrieden sein. Ich könnte ausrasten Fritzi, wenn ich so etwas höre.”
„Trabbi, das ist wirklich schlimm. Diesen Menschen müsste der Weihnachtsmann mit seiner Rute auf den Hintern hauen. Sie verdienen nichts anderes. Nun habe ich genug von solch traurigen Geschichten. Trabbi, ich möchte gerne wieder in die Tannenhecke gehen und dem Weihnachtsmann helfen, damit unsere Kinder aus dem kleinen Dorf am Rande des Müggelwaldes ein schönes Weihnachtsfest haben.”
„Ja Fritzi, das machen wir. Ich freue mich auch schon.” Trabbi und Fritzi machten sich auf den Weg zur Tannenhütte. Alle fleißigen Helfer waren schon da. Die Rentiere standen auf der Wiese vor der Tannenhütte und warteten auf die vollen Säcke mit den Geschenken für die Kinder. Auch die Schlitten standen vor der Tannenhütte. Es fehlte nur noch der Schnee, damit die Rentiere die Schlitten mit den Geschenken zu den Kindern ins kleine Dorf am Rande des Müggelwaldes bringen können. Trabbi und Fritzi freuten sich auch, denn der Weihnachtsmann hatte auch für alle lieben Tiere ein kleines Geschenk.
Wir wünschen allen lieben und fleißigen Müggelheimern ein wunderschönes Weihnachtsfest ohne Schuhkartons.