Müggelheimer Bote
15. Jahrgang, Ausgabe 9/2008
September 2008
Müggelheimer Bote

Inhalt
Straßenumbenennungen in vollem Gange
Jugendfeuerwehr auf großer Tour
15 Jahre Lokale Agenda 21
Vor 50 Jahren ging Müggelturm in Flammen auf
Hundebesitzer aufgepasst: Staupe in Müggelheims Wäldern
Waldbestände schützen!
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NEU: MehrWert für Müggelheim
Karikatur
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Geschichten aus dem Müggelwald

Die Ufos landen im Müggelwald, oder?

von Ingrid Zweiniger

Schon wider lagen diese kleinen roten Dinger auf dem Pfeiler am Gartentor. „Was ist das nur?” Trabbi wusste es nicht. Er lief durch den Garten, setzte sich in seine Tannenkuhle und überlegte. Hier war es schön. Er hatte sich unter den Tannen ein tiefes Loch gebuddelt. Dort legte er sich hinein. Es war kühl und gemütlich, auch wenn er meistens wie ein Schwein aussah, wenn er seine Tannenkuhle verließ.

„Aber macht ja nichts”, dachte Trabbi, „Schweine sind auch schöne Tiere. Besser ein schönes Schwein zu sein, als ein blöder Köter. Bin ich nun ein blöder Köter, weil ich nicht weiß, wie die kleinen roten Dinger auf unseren Zaunpfeiler kommen und weil ich nicht weiß, was das ist? Die Tiere müssen mir helfen. Aber welche Tiere? Onkel Susi versteckt sich immer noch. Sie will von mir nichts wissen. Also kann ich Onkel Susi nicht fragen. Die Wildschweine, die schlau sein sollen, die kann ich nicht fragen, weil ich sie im Wald nicht treffe. Höchstens die Eichhörnchen, die könnte ich fragen, denn sie tanzen oft auf unseren großen Bäumen im Garten herum und bewerfen mich mit Kienäppeln und Pflaumen. Na, mal sehen, ob es klappt.”

Trabbi schlief in seiner Tannenkuhle ein und hatte einen seltsamen Traum: Im Müggelwald herrschte große Aufregung. Die Tiere liefen alle wild durcheinander und schrien.

„Habt ihr schon gehört, die Ufos sind auf dem Weg in den Müggelwald”, riefen die Füchse, „wir haben sie gesehen, wie sie auf einem Zaunpfeiler gelandet sind.” „Ihr spinnt”, riefen die Wildschweine, „es gibt keine Ufos, jedenfalls nicht im Müggelwald.”

„Doch, sie kommen zu uns“, riefen die Eichhörnchen, „Trabbi hat schon mit uns gesprochen, denn vor seinem Garten auf dem Zaunpfeiler sind sie gelandet. „Au weia, es stimmt also doch, es stimmt also doch”, schrien die Tere wild durcheinander, „müssen wir Angst haben? Was wollen die von uns? Und wie sehen denn die Ufos aus?”

Durch das Geschrei der Tiere wurde Trabbi wach. Der Traum war zu Ende. Aber schlauer war Trabbi auch nicht. Nur das eine hatte er gelernt: Diese kleinen roten Dinger sollten Ufos sein. Aber das konnte er nicht glauben, denn so ein blöder Köter war er nun doch nicht.

Als er aus seiner Tannenkuhle krabbelte und zum Zaun lief, weil es dort geraschelt hatte, sah er wieder diese kleinen roten Dinger auf dem Pfeiler liegen. „Jetzt reicht es mir, ich frage Frauchen, die wird es wissen.”

Und in diesem Moment kam Frauchen zum Gartentor gelaufen. Als sie die kleinen roten Dinger sah, freute sie sich. Sie nahm die Dinger und legte sie in den Gemüsekorb. Trabbi war sprachlos. Ufos im Gemüsekorb, das geht doch gar nicht.

„Frauchen, was machst du denn da? Die Tiere im Müggelwald sagen, dass die kleinen Dinger, die auf unserem Zaunpfeiler vor dem Gartentor landen, Ufos sind. Und du packst die in den Gemüsekorb um sie aufzuessen? Frauchen, jetzt verstehe ich gar nichts mehr.”

Frauchen war sprachlos. Das hatte sie nicht erwartet, dass ihr kleiner großer Trabbi so ein blöder Köter war, der eine Tomate nicht von einem Ufo unterscheiden konnte. Aber woher sollte er das auch wissen.

„Trabbi”, rief Frauchen, „das sind Tomaten. Und die fallen nicht einfach vom Himmel, sondern die wachsen bei unseren Nachbarn und Freunden im Garten. Die Freunde und Nachbarn legen uns die Tomaten auf den Zaunpfeiler und schenken sie uns. So einfach ist das, Trabbi. Also, die kleinen roten Dinger heißen TOMATEN und sind keine Ufos. Hast du das verstanden? Und sprich mit den Tieren im Müggelwald, damit die auch Bescheid wissen.”

Trabbi war froh. Nun konnte er ganz entspannt die Landung der Tomatenufos auf dem Zaunpfeiler beobachten. Und mit den Tieren im Müggelwald brauchte er nicht zu sprechen, denn das hatte er ja nur geträumt.