Müggelheimer Bote
15. Jahrgang, Ausgabe 2/2009
Februar 2009
Müggelheimer Bote

Inhalt
Krampe-Zeltplätze ohne Zukunft
"Wasserpreis" für Müggelheimer Schülerzeitung
Aus dem Polizeibericht
Polizeistandort: Lösung gefunden
Leihgaben erster Kolonisten gesucht
Köpenicker Schloss - ein Kleinod
Weitere Meldungen
MehrWert für Müggelheim
Gedanken aus Müggelheim
Jugendclub Mügge
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Neues aus Treptow-Köpenick
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Köpenicker Schloss – ein Kleinod

Das Köpenicker Barockschloss und seine Vorgängerbauten

Die Schlossinsel, bedingt durch ihre strategisch günstige Lage, war nachweislich schon in urgeschichtlicher Zeit besiedelt. Es fanden sich slawische Burgwallanlagen und Nachweise einer slawischen Burg aus dem 8. und 9. Jahrhundert.

Im 12. Jahrhundert regierte auf dieser Burg der Slawenfürst ”Jaxa von Köpenick.

1550 wurde die Burg abgerissen und Kurfürst Joachim II. von Brandenburg ließ sich 1558 ein Jagdschloss im Stil der Renaissance erbauen. In diesem Schloss stirbt er 1571 unter ungeklärten Umständen, wofür man seinen jüdischen Leibarzt verantwortlich machte und diesen wegen Mordes hinrichten ließ.

Im Jahre 1631 (Dreißigjähriger Krieg!) bezieht König Gustav Adolf von Schweden im Schloss sein Hauptquartier.

Unter Friedrich I., König in Preußen, wird das Renaissanceschloss abgerissen und nach Entwürfen des Holländers Rutger van Langervelt als Barock-Schloss erbaut.

Die Nutzung des Barockschlosses in seiner Geschichte

Bis Ende des 18. Jahrhunderts ist das Schloss Wohnsitz von Friedrich I., König in Preußen und seiner Gemahlin Elisabeth Henriette von Hessen-Kassel, und später von weiteren Mitgliedern der königlichen Familie.

1749 bis 1782 Wohnsitz der Markgräfin Henriette von Brandenburg-Schwedt.

Am 28. Oktober 1730 tagt das königliche Kriegsgericht im Wappensaal des Schlosses und verhandelt gegen den Kronprinzen Friedrich II. und seinen Freund Leutnant von Katte wegen versuchter Fahnenflucht. Katte wird auf Geheiß des Königs zum Tode verurteilt und im Beisein des Kronprinzen in Küstrin mit dem Schwert hingerichtet.

1804 verkauft König Friedrich Wilhelm das Schloss als Wohnsitz an Generalleutnant Friedrich Wilhelm Carl von Schmettau für 11 000 Thaler.

1813: die auf dem Schloss befindlichen drei Kanonen werden zur Verteidigung von Köpenick gegen Napoleons Truppen einsatzbereit gemacht.

Nach 1818 wird das Schloss Preußischer Staatsbesitz und während der Demagogenverfolgung als Gefängnis genutzt.

1824: Das Schloss Köpenick untersteht dem Kriegsministerium, was hier ein Depot einrichtet.

1851: Das Schloss dient als Lehrerseminar und hat bis 1926 diese kontinuierliche Nutzung, die dem Erhalt des Bauwerks nützte, aber auch substanzeingreifende Veränderungen mit sich brachte. Danach war es Studentenunterkunft.

1945 war das Schloss von der Roten Armee besetzt.

1946: Auf Regierungsbeschluss wurde das Schloss 1946 „Volkshaus“, eine Art Jugendklub, worunter es sehr gelitten hat.

Am 22. Juni 1963 öffnet das Schloss unter Leitung von Prof. Dr. Günter Schade als „Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin”.

1994 beginnen umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Dabei werden bisher nicht bekannte bauliche Details entdeckt und sichtbar gemacht, z.B. eine Treppe, und die „Wasserpforte”. Die Wiedereröffnung erfolgte am 27. Mai 2004. (Auszüge der Ausstellungstafel)


Eine Stadt wird 800 - Ausgewählte Geschichtsdaten

Steinzeit 10. bis 2. Jahrtausend vor Chr.

In der Steinzeit lebten im Köpenicker Raum bereits Menschen als Sammler, Fischer und Jäger. Das beweisen Grabfunde aus dem 9. und 7. Jahrhundert vor Chr. Erst in der jüngeren Steinzeit lässt sich die Beschäftigung mit Ackerbau und Viehzucht und eine gewisse Sesshaftigkeit durch Siedlung nachweisen.

Bronzezeit 1800 bis 600 vor Chr.

Durch die Klimaveränderung nimmt die Besiedlung zu. Die Beherrschung des Bronzegusses bestimmt den handwerklichen Entwicklungsstand in Europa. In Schmöckwitz und Spindlersfeld sind bronzene Gegenstände aus dieser Zeit gefunden worden.

Eisenzeit 600 vor Chr. bis 400 n. Chr.

Die Verwendung von Werkzeugen aus Eisen bringt einen weiteren Schub in die Entwicklung der handwerklichen Fertigkeiten. Die Besiedlung durch die Semnonen ist trotzdem nur gering. Ein Brandschüttungsgrab aus dem 4. Jahrhundert wurde in Wilhelmshagen gefunden.

bis 1200

Slawische Stämme wandern aus dem Osten ein und auf der heutigen Schlossinsel ist eine Rundwallanlage aus dem 8. Jahrhundert nachweisbar. Sie wird im 11. Jahrhundert als Hauptburg der Spreewaner vergrößert. Mitte des 13.Jahrhunderts ist sie im Besitz des Speewanerfürsten Jaxa von Copnik (Köpenick).

Am 11. Juni 1157 erobert der Askanierfürst Albrecht der Bär mit Unterstützung des Magdeburger Bischofs die Brandenburg, nach der sich das Land bis heute benennt. (Fortsetzung im März)